Geschichte

Entstehungsgeschichte und Chancen der Figurenarbeit​

In den sechziger Jahren schuf Doris Egli zusammen mit ihrem Mann Primo erste bewegliche Figuren für ihre vier Kinder, um ihnen biblische Geschichten zu erzählen und diese bildlich erleben zu lassen.

Sie waren dazu bestens gerüstet, hatten sie doch beide an der Kunstakademie in Stuttgart Studiengänge in figürlicher Gestaltung belegt.

Was im Kleinen seinen Anfang nahm, hat sich in bald 50 Jahren ungeahnt entwickelt!

Egli-Figuren sind solide, bewegliche, standfeste Figurenkonstruktionen.

Gerade die ausserordentliche Beweglichkeit des Materials und die grosse Standfestigkeit ermöglichen es, durch Verändern von Haltung und Gestik die Figuren immer wieder anders zu uns sprechen zu lassen.

Lange wünschten sich Kursteilnehmerinnen in erster Linie schöne Krippenfiguren für die Weihnachtszeit.

Die Figuren bieten aber weit mehr.

Schon die Herstellung einer Figur kann bereits eine Glaubenserfahrung sein, denn durch die Frage nach Kleidung, nach Umfeld und Lebensweise wird plötzlich die biblische Zeit lebendig.

Die fertigen Figuren, Abbilder der Menschen zur Zeit des alten und neuen Testaments, aber auch Abbilder von uns selber, sind dann bereit, geführt, geformt, verändert, lebendig zu werden.

Sie helfen uns komplizierte Texte besser zu verstehen, wenn wir uns, um sie zu stellen, ganz in die Erlebniswelt des Textes hineinbegeben.

Wir lernen die Dramatik eines Textes in die Bildersprache zu übersetzen und können so im Arbeiten mit unseren Figuren Botschaften, Zusammenhänge und Antworten erkennen und zum Ausdruck bringen.

Dass neben der Herstellung der Figuren auch die Auseinandersetzung mit dem Umfeld zu biblischer Zeit dazu kommt, dass Fragen nach der Wohnsituation in Zelt oder Haus, nach dem alltäglichen Leben und nach dem historischen Hintergrund auftauchen, macht die Arbeit mit biblischen Figuren in Familie, Schule und Pfarrei reich, spannend und beglückend.

Da die Figuren ganz mit Hautstoff überzogen sind, können die Kleider nach Belieben gewechselt werden, die biblische Figur wird zur Erzählfigur im weitesten Sinn.

Im Laufe der Jahre hat sich die Figurenarbeit geweitet und geöffnet: von der Krippenfigur, über die biblische Figur hin zur vielfältig einsetzbaren Erzählfigur.

Heute werden Kursteilnehmerinnen ermuntert, Figuren-Typen zu gestalten: eine junge oder eine alte Frau, ein Mann im besten Alter oder ein Greis…

Auch bei den Figuren gilt: Kleider machen Leute!

Mit wenig Aufwand verwandelt sich der weise königliche Besucher der Weihnachtskrippe in den betagten Abraham, der vor seinem Zelt sitzt, oder in den Hirten, der Simon mit seinen vier Lichtern losschickt.

Es ist uns Kursleiterinnen des egli-figuren-arbeitskreises ein Anliegen, dass die Figuren vielfältig genutzt werden.

Wir wünschen uns, dass dem Erzählen in Familie, Schule und Pfarrei wieder mehr Platz eingeräumt wird.

Die Figuren können dabei mit viel Gewinn eingesetzt werden.